Liebe Erstsemester,
Vor knapp vier Wochen haben Sie Ihr Studium begonnen, nicht mit einer Vorlesung, sondern, wie viele vor Ihnen auch schon, mit mBots, einer Stoppuhr und der Aufgabe, einen Parcours möglichst schnell und fehlerfrei zu bewältigen. Zugegebenermaßen: kein sanfter Einstieg, aber einer, der wirklich zur Ingenieurinformatik passt. Erlauben Sie uns einen kurzen Rückblick?
Die Aufgabe klang erstmal überschaubar. In der Praxis offenbarte sich schnell, wo die eigentlichen Schwierigkeiten liegen. „Die Kurven waren kein Thema, das schnelle Fahren auch nicht“, berichtete einer von Ihnen. „Was wirklich Nerven kostet, ist das saubere Anhalten am Hindernis.“ Ein anderes Team kämpfte mit einem grundlegenderen Problem: „Unser Bot frisst alle halbe Stunde einen kompletten Satz Batterien.“ Eine funktionierende Lösung braucht eben nicht nur den richtigen Algorithmus, sondern auch Hardware, die mitmacht. Und das gilt nicht nur für Roboter – aber das wissen Sie natürlich längst, sonst wären Sie nicht hier.
Linienerkennung, falsche Richtung, umgesäbelte Hindernisse
Der große Ziel-Parcours auf dem Fußboden hielt das volle Programm an Problemen bereit. Roboter, die trotz Linienerkennung der falschen Linie folgten. Andere, die die Orientierung verloren und in die falsche Richtung weiterfuhren. Und der Klassiker: Hindernisse, die einfach weggeräumt wurden. Wir haben herzlich gelacht. Und gleichzeitig gesehen, wie Sie debuggt, improvisiert und nicht aufgegeben haben. Immer bemüht, das beste aus Hardware und Software rauszuholen. Ingenieurinformatik halt.
Eine Hundertstel Sekunde
Das Ergebnis des Finales verdient dieses Semester besondere Erwähnung. Das erstplatzierte Team fuhr 1:55,45 Minuten, das zweitplatzierte 1:55,46. Ein Hundertstel Sekunde Unterschied! Noch so ein II-Thema – Datenerhebung, Sensorik und Messtechnik werden Ihnen sicherlich nochmal begegnen.
Der Code des Siegerteams wird wie immer bei Prof. Schauer gesichert, als Zielmarke für die Gruppen im kommenden Wintersemester.
Sie sind jetzt knapp vier Wochen im Studium. Was wir bei den Projekttagen erlebt haben, hat uns Dozenten viel Spaß gemacht, Ihnen hoffentlich auch. Nicht wegen der Zeiten, sondern wegen der Art, wie Sie an die Sache herangegangen sind. Tüfteln, scheitern, neu versuchen: Das ist keine schlechte Grundlage für die nächsten Jahre. Wir hoffen, dass Sie sich die positive und experimentierfreudige Stimmung dieser Tage beibehalten können und so neugierig, begeistert und erfolgreich an Ihrem Studium „basteln“ können, wie Sie es in diesen beiden Tagen gemacht haben Wir wünschen Ihnen noch einmal einen guten Start ins Semester und ein erfolgreiches und spannendes Studium!
Ihre Team vom Studiengang II